Die kurze Antwort: Für einen normalen Haushalt reicht ein Wertschutzschrank nach EN 1143-1, Grad 0 oder Grad 1. Er muss mindestens 300 Kilo wiegen oder verankert sein, sonst wird er einfach mitgenommen. Und die Klasse richtet sich nicht danach, was du besitzt, sondern danach, was deine Hausratversicherung für diese Summe verlangt. Ruf dort an, bevor du kaufst. Das ist der eine Anruf, der die Entscheidung wirklich trifft.

Welche Klasse für welchen Wert

Was du sicherstÜbliche Klasse
Papiere, Ausweise, ein paar ErinnerungsstückeS1 oder S2 nach EN 14450
Schmuck und Bargeld im kleinen RahmenGrad 0 nach EN 1143-1
Höhere Bargeldbeträge, wertvoller SchmuckGrad 1 nach EN 1143-1
Sammlungen, Uhren, Edelmetall in MengeGrad 2 und aufwärts

Die Zuordnung von Klasse zu Versicherungssumme steht ausführlich im Ratgeber Sicherheitsstufen. Verbindlich ist immer der eigene Tarif, nicht die Tabelle eines Anbieters.

Wohnung oder Haus: der Unterschied ist nicht die Klasse

Die Klasse ist in beiden Fällen dieselbe. Was sich unterscheidet, ist alles drumherum.

In der Wohnung entscheidet die Statik. Eine Geschossdecke trägt nicht beliebig viel auf einem Punkt. Ab etwa 300 bis 400 Kilo auf kleiner Standfläche gehört die Frage geklärt, besonders in Altbauten mit Holzbalkendecken. Dazu kommt: Du darfst nicht ohne Weiteres bohren. Wie das mit dem Vermieter läuft, steht in Tresor in der Mietwohnung.

Im Haus hast du die Wahl des Ortes, und damit die eigentliche Chance. Ein Tresor im Keller, hinter einer Tür, in einer massiven Wand verankert, ist etwas anderes als derselbe Tresor im Schlafzimmerschrank.

Wohin im Haus, und wohin auf keinen Fall

Einbrecher arbeiten schnell und nach Muster. Das Schlafzimmer ist die erste Station, der Kleiderschrank die zweite. Genau dort steht der Tresor am häufigsten.

Besser sind Orte, die drei Bedingungen erfüllen:

  • Massive Wand oder massiver Boden. Ohne Verankerungsgrund nützt der beste Schrank nichts.
  • Kein Werkzeugplatz drumherum. Ein Tresor in der Werkstatt steht neben allem, was zum Öffnen gebraucht wird.
  • Nicht auf dem Weg. Je weiter weg von Eingang, Schlafzimmer und Arbeitszimmer, desto mehr Zeit kostet das Suchen.

Und zwei Orte, die trotz ihrer Beliebtheit schlecht sind: direkt unter einem Fenster (Sichtkontakt von außen) und im Heizungsraum (dort steht bei einem Rohrbruch das Wasser).

Verankern ist keine Option, sondern Bedingung

Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Tresor. Es ist ein richtiger Tresor, den man wegtragen kann. Ein 80-Kilo-Schrank ist für zwei Personen mit einer Sackkarre kein Hindernis, und aufgemacht wird er dann in Ruhe woanders.

Daraus folgt eine harte Regel: Alles unter 300 Kilo wird verankert, ohne Ausnahme. Die meisten Versicherer sehen das genauso und machen die Verankerung zur Bedingung für den Versicherungsschutz.

Wie das geht, steht in Tresor verankern. Wenn du nicht bohren darfst, hilft Verankern ohne Bohren.

Was die Hausratversicherung dazu sagt

Drei Dinge, die du vor dem Kauf klären solltest, nicht danach:

  1. Welche Klasse für welche Summe? Die Angaben unterscheiden sich je nach Tarif deutlich.
  2. Ist die Verankerung Bedingung? Meistens ja, oft mit konkreter Vorgabe.
  3. Gilt eine eigene Bargeldgrenze? Bargeld ist im Hausratschutz fast immer gesondert und niedriger gedeckelt als Sachwerte.

Das Thema im Detail: Bargeld im Tresor und Versicherung vorher klären.

Den sichersten Tresor für zuhause gibt es nicht

Die Suche nach dem sichersten Gerät geht von einer falschen Annahme aus: dass Sicherheit eine Eigenschaft des Schranks ist. Sie ist eine Eigenschaft der Kombination aus Schrank, Ort, Verankerung und der Zeit, die ein Täter ungestört hat.

Ein Grad 1 im Keller, verankert, hinter einer verschlossenen Tür, ist sicherer als ein Grad 3 frei stehend im Wohnzimmer. Der teurere Schrank ist nicht der bessere Kauf, wenn das Geld beim Einbau fehlt.

Die ehrliche Reihenfolge lautet: erst der Ort, dann die Verankerung, dann die Klasse. Was ein Tresor überhaupt leisten kann, steht in Bringt ein Tresor überhaupt etwas.

Die drei häufigsten Fehlkäufe

Zu klein. Innenmaß ist nicht Außenmaß. Bei dicken Wänden verschwinden schnell zehn Zentimeter je Seite. Miss vorher aus, was hinein soll, und rechne einen Ordner Reserve dazu.

Zu leicht. Der Preis pro Kilo ist der ehrlichste Vergleichswert im ganzen Markt. Ein auffällig leichtes Gerät in einer hohen Klasse verdient einen zweiten Blick aufs Zertifikat.

Ohne Plan für den Transport. Ein 400-Kilo-Schrank in den dritten Stock ohne Aufzug ist ein eigenes Projekt. Kläre das, bevor du bestellst: Tresor vor Ort kaufen.

Vorher: was soll überhaupt hinein

Die Größe und die Klasse ergeben sich aus dem Inhalt, nicht umgekehrt. Die Liste dafür steht in Was gehört in einen Tresor, und welche Bauform zu deiner Wohnung passt, klärt Tresor-Bauformen.

Und wenn es doch kein Tresor sein soll

Das ist eine legitime Frage, und sie hat eine ordentliche Antwort. Versteck, Bankschließfach und Tresor haben verschiedene Stärken: Versteck oder Tresor und Tresor oder Bankschließfach.