Woher unsere Daten kommen, und was fehlt
Das EinbruchsRadar wertet öffentliche Polizeimeldungen aus. Das ist kein vollständiges Lagebild, und wir wollen nicht so tun, als wäre es eines. Diese Seite zeigt offen, wie viel wir sehen.
Was wir erfassen
Wir lesen laufend öffentlich zugängliche Pressemeldungen der Polizeidienststellen und Landespressestellen aus, dazu die offiziellen Meldungsportale der Länder. Aus jeder Meldung ziehen wir Ort, Zeit, Tatobjekt und Beute, ordnen mehrere Meldungen zur selben Tat zusammen und verorten sie auf Kreisebene. Als Grundlast kommt die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA dazu, die jährlich erscheint.
Warum das unvollständig ist
Es gibt drei Lücken, und alle drei sind strukturell:
- Nicht jede Tat wird gemeldet. Die Anzeigebereitschaft schwankt, und das Dunkelfeld taucht in keiner Statistik auf.
- Nicht jede angezeigte Tat wird veröffentlicht. Pressestellen berichten in Auswahl. Ein Wohnungseinbruch ohne Besonderheiten schafft es oft in keine Meldung.
- Nicht jede Veröffentlichung ist auswertbar. Viele Meldungen nennen keinen präzisen Ort oder kein Tatdatum. Bei uns bleiben derzeit 51,2 Prozent der erfassten Taten ohne sichere Ortszuordnung.
Was es in Deutschland gibt, und was nicht
Es gibt die Polizeiliche Kriminalstatistik: bundesweit, verlässlich, aber jährlich und aggregiert. Für ein aktuelles Lagebild ist sie zu langsam. Es gibt die Pressemeldungen der Länder: aktuell, aber unstrukturiert, in Auswahl und in unterschiedlichen Formaten. Was es nicht gibt, ist ein offener, vollständiger, zeitnaher und maschinenlesbarer Datensatz zu Einbruchskriminalität.
Andere Länder sind da weiter. Großbritannien veröffentlicht über police.uk offene Kriminalitätsdaten auf Straßenebene, monatlich aktualisiert und über eine Schnittstelle abrufbar. In den USA betreiben viele Städte eigene Open-Data-Portale mit tagesaktuellen Einsatz- und Deliktdaten. Vergleichbares fehlt hier.
Unsere Quellen
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des BKA, Wohnungseinbruchdiebstahl (Schlüssel 435*00), Kreistabellen der Jahrgänge 2016 bis 2025. Daraus stammen die Jahresreihe und alle Hochrechnungen.
- Dunkelfeldstudie SKiD 2024 des BKA. Daraus die Anzeigequoten, mit denen wir schätzen, wie viele Taten nie zur Anzeige kommen.
- Öffentliche Pressemeldungen der Polizeidienststellen und Landespressestellen sowie die Meldungsportale der Länder. Daraus die laufende Tageslage.
- Geodaten der Kreisgrenzen aus einem offenen Datensatz, Postleitzahl-Zentroide aus öffentlichen Referenzdaten.
Eine Genauigkeitsnotiz in eigener Sache: wir summieren die PKS auf Kreisebene. Diese Summe liegt je Jahrgang wenige Fälle unter dem amtlich ausgewiesenen Bundeswert, weil sich nicht jeder Fall einem Kreis zuordnen lässt. Für 2025 sind das 9 Fälle Unterschied bei rund 82.920. Das ändert an den Größenordnungen nichts, gehört aber gesagt.
Wie wir mit den Zahlen umgehen
- Wir nennen unsere Zahlen erfasste Meldungen, nie „so viele Einbrüche gab es".
- Wo wir eine Größenordnung angeben, rechnen wir sie aus der PKS hoch und schreiben dazu, wie viel davon wir selbst sehen.
- Wir verwenden ein Zeitfenster von 30 Tagen. Längere Fenster würden ältere, dünner erfasste Phasen mit hineinziehen und die Lage ruhiger aussehen lassen, als sie ist.
- Wenn sich unsere Methodik ändert, steht es hier.