# Warum kostet der eine 300 Euro und der andere 3.000?

> Von außen sehen beide gleich aus. Wir machen den Unterschied sichtbar, indem wir aus den Maßen Wandstärke und Bauart-Dichte ausrechnen. Mit echten Zahlen aus unserer Datenbank.
> Quelle: https://tresorrari.de/fragen/warum-kosten-tresore-so-unterschiedlich · Stand: 2026-07-24 · Tresorrari Redaktion

Zwei Geräte, ähnliche Außenmaße, ähnliche Optik, Faktor zehn im Preis. Das ist der Punkt, an
dem die meisten Käufer aussteigen und nach Bauchgefühl entscheiden.

Man kann es aber ausrechnen, und zwar aus Zahlen, die jeder Shop ohnehin veröffentlicht.

## Die zwei Zahlen, auf die es ankommt

Zu jedem Modell gibt es ein **Außenmaß** und ein **Innenmaß**. Aus der Differenz ergibt sich
die Wandstärke:

```
Seitenwand = (Außenbreite − Innenbreite) / 2
Decke      = (Außenhöhe − Innenhöhe) / 2
```

Das ist reine Arithmetik und trotzdem aufschlussreich, weil kaum jemand sie durchführt. Ein
Möbeltresor aus Blech kommt auf 2 bis 5 Millimeter. Ein Wertschutzschrank mit Verbundkorpus
liegt bei 40 bis 70 Millimetern. Das ist der Unterschied zwischen zwei zusammengeschweißten
Blechschalen und einem gefüllten Korpus.

## Die zweite Rechnung: Was steckt in der Wand?

Wandstärke allein sagt noch nicht, **womit** die Wand gefüllt ist. Eine 70 Millimeter dicke
Wand kann aus Stahl mit Barytbeton bestehen oder aus zwei dünnen Blechen mit Dämmwolle
dazwischen. Optisch identisch, in der Wirkung völlig verschieden.

Hier hilft das Gewicht. Wir rechnen:

```
Hüllvolumen = Außenvolumen − Innenvolumen
Bauart-Dichte = Gewicht / Hüllvolumen        (in g/cm³)
```

Diese Kennzahl weist kein Hersteller aus. Sie fällt aus zwei Zahlen ab, die alle
veröffentlichen, und sie trennt die Bauarten sauber:

| Dichte | Bauart | Was das heißt |
|---|---|---|
| ab 4,5 g/cm³ | überwiegend massiver Stahl | selten, sehr hohe Klassen |
| ab 2,0 g/cm³ | Stahl-Beton-Verbund | echter Wertschutzschrank |
| ab 1,0 g/cm³ | Blech, verstärkt | Möbel- und Waffenschränke |
| unter 1,0 g/cm³ | Blech mit Dämmung | Feuerschutz, kaum Einbruchschutz |

Zum Vergleich: Reiner Stahl liegt bei 7,85 g/cm³, Beton bei etwa 2,4.

## Vier echte Beispiele aus unserer Datenbank

Die Dichte ist jeweils unsere eigene Rechnung.

| Modell | Preis | Wandstärke | Dichte | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Wertschutzschrank Grad 3 (55 × 55 × 46,5 cm) | 1.399 € | 55 mm | **2,98 g/cm³** | Stahl-Beton-Verbund |
| Wertschutzschrank EN 1 (30 × 42 × 39 cm) | 1.130 € | 38 mm | 1,72 g/cm³ | Blech, verstärkt |
| Möbeltresor S2 (42 × 30 × 38 cm) | 269 € | 40 mm | 1,22 g/cm³ | Blech, verstärkt |
| Feuerschutztresor (53 × 46 × 47 cm) | 760 € | 70 mm | **0,97 g/cm³** | Blech mit Dämmung |

Die letzte Zeile ist das Lehrbeispiel dieser Seite. Ein Gerät für 760 Euro, mit 70 Millimeter
Wandstärke, das nach Datenblatt **keine Sicherheitsstufe** trägt. Die dicke Wand besteht
überwiegend aus Brandschutz-Dämmmasse. Als Feuerschutz ist das Gerät gut. Als Einbruchschutz
ist es fast wirkungslos, und genau das steht so nirgends.

Die zweite Zeile zeigt die Gegenrichtung: geprüfte EN-1-Klasse bei 1,72 g/cm³. Weniger Masse,
aber ein durchgeprüfter Aufbau mit Riegelwerk und geprüftem Schloss. Dichte allein reicht also
nicht, sie muss zusammen mit der Klasse gelesen werden.

## Wofür Sie beim teureren Gerät tatsächlich bezahlen

- **Die Prüfung selbst.** Eine Zertifizierung nach EN 1143-1 ist ein zerstörender Labortest.
  Der Hersteller zahlt Prüfmuster, Prüfstunden, Nachprüfungen und laufende Fertigungskontrolle.
  Diese Kosten stecken in jedem verkauften Stück.
- **Den Korpus.** Barytbeton, Faserbewehrung, Ankerlagen, verschweißte statt gekantete Ecken.
- **Das Riegelwerk.** Riegel auf mehreren Seiten, Sperrelemente, Bandseitensicherung,
  Notverriegelung bei Angriff auf das Schloss.
- **Das Schloss.** Eigenständig geprüft und eingestuft, mit dokumentiertem
  Manipulationswiderstand.
- **Die Versicherbarkeit.** Der eigentliche wirtschaftliche Gegenwert. Die Klasse entscheidet,
  bis zu welcher Summe Ihre Versicherung den Inhalt deckt. Mehr dazu:
  [Tresor und Versicherung vorher klären](/fragen/tresor-und-versicherung-vorher-klaeren).

## Wann das günstige Gerät die richtige Wahl ist

Immer dann, wenn der Inhalt nicht versicherungsrelevant ist und der Schutzzweck ein anderer
ist als Einbruch:

- Papiere vor Feuer schützen
- Medikamente oder Werkzeug vor Kindern sichern
- Kleine Bargeldreserve vor Gelegenheitszugriff sichern
- Schlüssel geordnet und verschlossen aufbewahren

Für diese Zwecke ist ein 250-Euro-Gerät nicht die Sparversion, sondern das passende Produkt.
Falsch wird es erst, wenn jemand fünfstellige Werte hineinlegt und annimmt, sie wären dadurch
geschützt und versichert.

## Kurzfassung

Der Preisunterschied ist kein Marketing. Er steckt im Korpus, im Riegelwerk, im Schloss und in
der Prüfung, und er lässt sich anhand von Wandstärke und Bauart-Dichte teilweise nachrechnen.

Wir zeigen beide Werte für jedes Modell in unserer Datenbank an, herstellerübergreifend und im
selben Maßformat: [zum Vergleich](/tresore).

## Die Gedanken dahinter

### Je schwerer, desto sicherer.

Gewicht allein ist keine Klasse. Nützlich wird es im Verhältnis: Gewicht geteilt durch das Hüllvolumen zeigt, ob im Korpus ein Stahl-Beton-Verbund steckt oder überwiegend Luft und Dämmung. Diesen Wert rechnen wir für jedes Modell aus.

### Warum kostet der eine 300 Euro und der andere 3.000?

Von außen sehen beide ähnlich aus, im Korpus sind es zwei verschiedene Produkte. Wir machen den Unterschied sichtbar, indem wir aus den veröffentlichten Maßen die Wandstärke und die Bauart-Dichte ausrechnen. Ab etwa 2,0 g/cm³ steckt ein Verbund im Korpus, unter 1,1 überwiegt Blech mit Dämmung.

### Ein günstiger Möbeltresor reicht doch, der ist ja aus Stahl.

Möbeltresore der Stufen S1 und S2 sind gegen Gelegenheitszugriff gedacht, nicht gegen Werkzeug. Für kleine Beträge und Papiere ist das oft genau richtig. Für versicherte Summen im fünfstelligen Bereich reicht es nicht.
